Großayatollah: „Homosexuelle minderwertiger als Hunde und Schweine“ – Das Journal

Großayatollah: „Homosexuelle minderwertiger als Hunde und Schweine“

Großayatollah: „Homosexuelle minderwertiger als Hunde und Schweine“

Frankfurt am Main (13. Mai 2015) – Zum Internationalen Tag gegen Homophobie am kommenden Sonntag prangert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Verfolgung und menschenfeindliche Hetze gegen Homosexuelle im Iran scharf an. Gleichzeitig kritisiert die IGFM die einseitige Fixierung Europas auf das iranische Nuklearprogramm. Es sei zwar offensichtlich, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin, dass sich das Regime militärisch massiv in die Konflikte seiner Nachbarländer einmische. Die Islamische Republik dringe aber gleichzeitig auch mit schwersten Sanktionen bis in die intimsten Bereiche des Privatlebens seiner Bürger ein.

Im Iran kann nach dem dort geltenden islamischen Strafrecht einvernehmliche Homosexualität bei Männern mit dem Tod bestraft werden, bei Frauen mit 100 Peitschenhieben. Ein offenes Leben gleichgeschlechtlicher Orientierung ist im Iran unmöglich. Homosexuelle Partnerschaften existieren im Iran nur in völliger Heimlichkeit. Bei einer Entdeckung werden die Opfer drangsaliert, willkürlich verhaftet und misshandelt, erklärt die IGFM. Vermutlich wurden im Iran bereits mehrere tausend Menschen allein wegen ihrer Homosexualität getötet.

Stagnation und Rückschrittlichkeit

Der Iran verfügt nach Einschätzung der IGFM über eine breite, sehr gebildete und liberale bürgerliche Mittelschicht. Technologisch sei der Iran enorm entwickelt – doch das Rechtssystem, mit dem islamische Geistliche über das Land herrschen, erscheine „steinzeitlich“. Bei der „Reform“ des Strafrechts im Jahr 2012 hatten konservative Geistliche wie Khamenei selbst darauf bestanden, dass Strafen wie die Steinigung und sogar die Kreuzigung im Strafrecht verbleiben. Die Situation bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, Frauenrechten, Rechtsstaatlichkeit, Informations-, Meinungs- und Pressefreiheit ist nach Ansicht der IGFM „grotesk“.

Gesellschaftliche Öffnung – staatliche Hetze

Im Privaten gibt es in der iranischen Oberschicht und dem Bildungsbürgertum eine langsam zunehmende, begrenzte Toleranz, vor allem aber Mitleid, weil Homosexuelle nach wie vor als „krank“ betrachtet werden. Bei streng Religiösen und Traditionalisten gilt Homosexualität demgegenüber nach wie vor als Sünde, Schande und als strafwürdig. Die Führung der Islamischen Republik befeuert seit deren Gründung im Jahr 1979 aktiv Homophobie, obwohl es in der iranischen Geschichte auch Phasen recht großer Liberalität gegeben hat.

Davon wollen die heutigen Machthaber im Iran nichts wissen. Den bisherigen Gipfel der staatlichen Hetze markierte nach Auffassung der IGFM einer der bedeutendsten Geistlichen der Islamischen Republik. Großayatollah Abdollah Javadi-Amoli erklärte am 16. April 2012 in der heiligen Stadt Qom bei einem Kongress islamischer Geistlicher, dass Homosexuelle ausgelöscht werden müssten. Homosexuelle seien nach dem Koran und der islamischen Überlieferung „minderwertiger als Hunde und Schweine“. Westliche Politiker, die Homosexualität entkriminalisierten, seien ebenfalls  „niedriger als Tiere“.

Quelle: Großayatollah: „Homosexuelle minderwertiger als Hunde und Schweine“

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